Über eine Schnecke, Backcamembert und einen Blackout

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In der letzten Woche habe ich das überarbeitete Manuskript für meinen zweiten Roman abgegeben und mittlerweile ist auch schon das Cover angekündigt: Automaton wird im Frühjahr 2022 im Berlin Verlag erscheinen. Gefeiert habe ich mit einer kleinen Pause. Nach all dem Chaos der letzten Monate habe ich eine Woche Urlaub gemacht und mir mit meinem Familienbesuch einige Orte auf Island angeschaut, die bei Tourist*innen besonders beliebt sind. All die Wasserfälle, heißen Quellen und Badeausflüge haben mich vom Internet ferngehalten, obwohl die politischen Ereignisse sich überschlagne haben (gab es Kurz-Rücktritt-Memes?) und deswegen wird dieser Newsletter ein wenig kürzer als sonst.


1.

Es gab einen großen Facebook-Blackout, der auch Instagram und WhatsApp getroffen und zahlreiche andere Websites mitgerissen hat. Die Abwesenheit einer oder mehrere Social Media Plattformen wird auf den noch laufenden Plattformen oft eifrigst dokumentiert. Die Reaktionen auf die Zwangspause überschlugen sich, während zahlreiche User*innen auf Twitter versuchten den lustigsten Tweet oder das beste Meme zum Anlass zu produzieren – man könnte mit einem BestOff einen langen Newsletter füllen.

Mir gefallen diese Spitzen kreativer Energie immer ganz gut, weil man aus der Menge an Beiträgen ein interessantes Bild der ausgefallenen Plattform und eine Reflexion über die verschiedenen Mediengewohnheiten bekommt (und dieses Mal beispielsweise auch erkennen konnte, wie wichtig die Serie Squid Game aktuell für Memes ist).

Ein Tenor der Tweets ist Kritik an Facebook als Plattform mit zahlreichen Moderationsproblemen und als Quelle von Fehlinformationen und Verschwörungstheorien:

Ein weiteres Thema, zu dem ich viele Tweets gesehen habe, ist die mehr oder weniger lustig formulierte Kritik an Social Media als Zeitverschwendung:

Wenn eine Plattform offline geht, wechseln die User*innen oft zu anderen Orten, um ihrer Verwunderung Luft zu machen. Diese Bewegung wird dann beispielsweise mit Willkommensnachrichten oder Verwunderung über die vielen Neuankömmlinge kommentiert. Die Konkurrenz der Platformen wird so in Form von Memes verarbeitet, dieses Mal mit vielen Squid Game Referenzen:

In der kreativen Auseinandersetzung mit dem Ausfall von Plattformen wird oft auch mit Witzen zum Medienwandel, beispielsweise dem Verschwinden von anderen Plattformen oder veränderten medialen Nutzungsgewohnheiten, gearbeitet:

Natürlich verwenden auch Unternehmen und Prominente den Anlass für ihre eigene Markenkommunikation, wie sich beispielsweise aus einem Tweet von Twitter und den zahlreichen Antworten diverser Unternehmen erkennen lässt oder auch aus Musikerinnen, die zum Anlass passend auf ihre Songs verweisen, wie beispielsweise Adele und Bonnie Tyler.

Und manchmal erleben passende alte Tweets ihre virale Renaissance:


Hier gibt es ein Video mit einer wunderschönen Ruderschnecke, die aussieht wie ein vielfarbiger Engel. Dieser Tweet und die Antworten darunter über die sonderbare Beziehung zwischen einer seltenen Kranich-Dame und ihrem Tierpfleger haben mich sehr gut unterhalten.

Mit diesem sehr guten Tweet über Backcamembert wünsche ich euch einen schönen Sonntag und eine gute kommende Oktoberwoche. (Kann man über Backcamembert überhaupt etwas negatives sagen und warum gibt es kein Pop Art Gemälde von Backcamembert?)

Wenn euch dieser Newsletter gefällt oder ihr Menschen kennt, die sich ebenfalls über eine sonntägliche eMail freuen würden, dann bin ich euch wie immer sehr für Weiterempfehlungen dankbar. Für den Rest der Woche findet ihr mich auf Twitter und auf Instagram.

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